Glasqualitäten von Trinkgläsern, Karaffen, Schalen und Tellern

Glasqualitäten für Trinkgläser, Karaffen, Schalen und Teller

Glas ist einer der ältesten Werkstoffe der Kulturgeschichte. Die erste Verwendung von Glas in Form von vulkanischem Naturglas durch den Menschen lässt sich für die Steinzeit nachweisen. Die alten Äqypter stellten um 1500 v. Chr. die ersten Hohlgläser mittels Sandkerntechnik her. Etwa 200 vor Christi wurde der Glasschmelzofen erfunden.

Der Werkstoff Glas setzt sich aus den Bestandteilen Quarzsand, Kalk, Pottasche und Soda zusammen. Diese werden bei etwa 1400 °C geschmolzen. Die Fazination von Glas liegt in seiner unwirklichen Fähigkeit, sich dem Licht nicht zu widersetzen, der eleganten Kühle und der Ambivalenz von Härte und Fragilität.

1. Qualitätseinteilung nach den  Begriffe Glas, Kristallglas und Bleikristallglas

Nach den EG-Richtlinien sind Glaswaren, die weniger als 4 Prozent Bleioxid erhalten, als “Glas” definiert. Glaswaren mit über 10 Prozent Bleigehalt gelten als "Kristall", Glaswaren mit über 24% Bleianteil werden als "Bleikristall" und mit über 30 Prozent als "Hochbleikristall" bezeichnet. Außerhalb der EU werden die Bezeichnungen sehr unterschiedlich gehandhabt. In den Vereinigten Staaten genügt schon 1% Blei, damit das Glas als “Kristall” bezeichnet werden kann. In Tschechien kann als Kristall  jedes feine Glas von hoher Qualität bezeichnet werden. Für die Einschätzung der Glasqualität muss also das Herstellerland beachtet werden.

Kristallglas unterscheidet sich in folgenden Punkten von normalem Glas:

  • hochwertigere Quarzmischungen
  • strikte Einhaltung des Temperaturverlaufes während des Schmelzprozesses
  • härteres Glas, dass gewisse kristalline Strukturen aufweist
  • Kristallglas ist lichtdurchlässiger
  • keinerlei Luft- oder Partikeleinschlüsse
  • ähnlich einem natürlichen Kristall bricht das Licht stärker

Der Hersteller Schott Zwiesel hat mit seinem patentierten Tritan®-Kristallglas eine weitere Qualitätssteigerung gegenüber herkömmlichem Kristallglas geschafft. Denn mit Tritan®-Kristallglas hat Schott Zwiesel einen Werkstoff geschaffen, der durch besondere Oberflächenhärte auch bei Dauerbelastung gegen Korrosion und Zerkratzen geschützt ist. Eine bis zu 40% geringere Bruchrate gegenüber herkömmlichem Kristallglas garantiert dauerhaften Glanz - und damit neben brillanten Gläsern auch eine glänzende Wirtschaftlichkeit.

Normales Glas ist elastischer. Es geht also nicht so schnell zu Bruch. Außerdem ist es lichtundurchlässiger.  Da es aus billigeren Rohstoffen und wesentlich schneller produziert wird, ist es preisgünstiger als Kristallglas.

Zusammengefasst ist Kristallglas ein Trinkglas von etwas besserer Qualität und Optik.

Bleikristall ist die edelste, aber auch preisintensivste Glasart. Sie begeistert durch ihren Glanz.  Dieser entsteht durch den hohen Zusatz von  Bleioxyd. Da Bleikristall besonders weich ist, eignet es sich sehr gut für den Schliff. Verzierungen und Schliff können aufgrund der hohen Lichtbrechung von Bleikristall besonders vorteilhaft wirken.

2. Qualitätseinteilung nach maschinengefertigten und mundgeblasenen Gläsern

Der Großteil der Trinkgläser ist maschinengefertigt. Weitere Informationen zu mundgeblasenen Gläsern finden Sie hier.